The very beginning - Der Prolog

Nach dem Ende kommt der Anfang und der Kreis der Ereignisse kann sich schließen. Auch die Rallye Dresden Breslau 2008 braucht einen Anfang, den Prolog. Der Begriff ist aus dem griechischen (glaube ich) abgeleitet und bedeutet soviel wie Vor-Sprache oder Vor-Rede, man könnte also auch Einführung sagen. Im Falle einer Rallye oder ähnlichen Veranstaltungen, dient er zum Ausfahren / Ermitteln der Starterreihenfolge für die erste Wertungsprüfung. Und wie Polaris das so schon ausgedrückt hat, bei der Rallye soll er schonmal die Spreu vom Weizen trennen. Das klingt böse, aber wenn man sich mal die Strecke anschaut und die Anzahl der danach ausgefallenen Fahrzeuge, dann ist der Hinweis wohl durchaus auf trockenen Tüchern gebaut.

Wir schreiben den 27. Juni 2008. Es ist Freitag Nachmittag und die meisten Teams reisen Richtung Dresdener Messegelände an. Man eröffnet sein Lager, macht es sich gemütlich, meldet sich an und beglotzt einander tüchtig. Wir treffen auf viele Bekannte und auch ein paar neue Gesichter. So läuft uns z.B. guter Laune und hochmotiviert Stephan(MHL) über den weg und freut sich ebenso, dass man sich mal real trifft. Ebenso Daniel (dpedv) und natürlich viele viele andere, die ich hier jetzt gar nicht einzeln erwähnen kann. Eine besondere Freude war es auch, mal Terranova kennenzulernen. Wir stiefelten gemeinsam zum Chaosteam und übten uns diplomatisch im Shaking Hands. Ein schöner Abend mit schönem Wetter und nem schon defekten Kühlkreislauf. Naja...Irgendwas ist ja immer. In diesem Fall einer der kleinen Kühlerschläuche Richtung Ansaubrücke. Schwamm drüber, das interessiert doch niemanden und Polaris + Andre beheben es auch in Windeseile.

Abends bei der technischen Abnahme überraschte mich (im speziellen) TK,s-TJ mit einer eisgekühlten Schokomilch. Wir bedankten uns mit einer Flasche Porter Schwarzbier. So machts Spass. Ein gutes Omen und durch den "TÜV" sind wir auch ohne Mängel gekommen :-))

Einen Tag später - Die Sonne geht auf. Die letzte Nacht war für ein Rallyecamp verhältnismäßig ruhig. Leider gibt es keine Duschen hier, so dass man sich irgendwie nicht so herrlich erfrischt fühlt, wie man es von daheim gewöhnt ist. Heute steht der Prolog an. Ab 10 Uhr (stimmt die Zeit) gehts los. Erst Mopped und Quad, dann die Autos. Patrick und ich waren die Strecke gestern abend im Sonnenuntergang noch abgeschritten. Beeindruckend und auch etwas irritierend. Wie schon im letzten Jahr gab es riesige Verschränkungspassagen, die einem bei Falschbenutzung das Auto auf die Seite legen können. Zudem ist der Kurs doch angenehm lang und voller kleiner Geilheiten. Wir waren mental vorbereitet.

Zeit näherte sich und wir rollten gen Prolog-Gelände. Dieses befand sich ca. einen Kilometer entfernt. Ein umgebaggerter Sandplatz, ein altes Schienebett, Fabrikhallen etc. Fein Fein, schrieb ich ja schon.

Wir trafen unseren alten Kumpel Krüger von KOS wieder, plauderten etwas mit Gerd Kastenmeier vom LilaQ Team und schauten zu, wie Nagi Attila in der ersten Runde eine der Lila Kühe auf die seite legte. Feste Wiese, viel Grip, viel Speed - Da hats in der Kurve zack gemacht und das Auto kullerte aufs Dach. Schäden gab es aber weder an mensch noch an Maschine, so konnte es nach wenigen Minuten weiter gehen. Es starteten immer fünf Fahrzeuge gleichzeitig - Wie schon letztes Jahr. Neben uns auch StephanMHL im weissen G. Und der hat uns dann beim Start auch sprichwörtlich verblasen. Wir kamen also nur auf Platz zwei los. Es begann mit zwei Steilkurven. Während wir gestern abend noch analytisch fesgelegt hatten, diese unten vorsichtig zu fahren (weil sehr steil), schoss der range nun ganz oben in die Wand und drückte sich dabei enorm in den Sand - Ein Gefühl wie Achterbahn fahren. Irgendjemand im Starterfeld wollte beides kombinieren: Langsam oben fahren - Und kippte prompt um. Nur mal um den Winkel zu verdeutlichen. Wir folgten Stephans G auf flinkem Fusse, doch in der zweiten Runde kamen zwischen uns direkt die neuen Starter, so dass wir an einem kleinen Stau Zeit verloren - Und Stephan war weg. Naja, den treffen wir ja auch jeden Fall wieder - Spätestens im Camp. Das tat dem Spass aber auch keinen Abbruch, denn es ging fix weiter und wir flogen förmlich über die Strecke. Auch die verschränkungspassagen nahmen wir überraschend gerade und fast schon souvären. (naja, wollen mal nicht übertreiben, sonst klingts zu einfach). Das Wasserloch - Man muss dass schwer gewesen sein, da sind ganze Klein-LKWs drin untergegangen - War aber wohl ein anderes, denn dass was wir durchfahren haben, war nicht wirklich tief und stellte auch keine Schwierigkeit da. Einzig mit Slick-Bereifung wäre man hier etwas verloren gewesen. So sprudelten wir wie ein Pfuhl guter Laune durch die Arena, winkten uns die Arme leer und bewunderten unser frisch gebautes Fahrzeug - Es fuhr sich einfach Klasse, eine Freude für die Insassen und vielleicht auch für den ein- oder anderen Zuschauer, der sich mit unserer Fettschnecken sympatisiert fühlte.

Nach drei Runden war für uns dann leider auch schon Schluss. Ehrlich, wir wären gerne weiter gefahren. Die zeit vergeht so schnell und nach 17 Minuten und 29 Sekunden war der Spuk auch schon wieder vorbei. Happy sprangen wir aus dem Auto - Die erste Hürde war genommen, aber jetzt konnte es ja eigentlich nur noch leichter werden. Die paar Kilometer in Polen seien sicher nicht der Rede wert - Und so fuhren wir zurück ins Camp um den Humpen zu heben und uns selbst mal gerade sein zu lassen. Morgen würde der Showstart mit Walter Röhrl sein (den ham wa aber nich jesehen) und heute abend stand nur noch relaxen und andere Leute treffen an. Ich glaub, Ohu und Martin bastelten dann an ihrer Feder und verbesserten nochmals das Kühlsystem. Chris (Anthrax) lief mit rollenden Augen durchs Camp und Polaris suchte sich schon Aufgaben, um was zu tun zu haben. :-))

Das war der Prolog und der anfang der diesjährigen Abenteuerrallye Dresden Breslau, der Grand Dame der Amateur-Offroad-Motorsportevents in Europa. Schön dass Sie dieses Jahr virtuell mit uns reisen - Willkommen an Board.

Video anschauen (116MB, DivX / MPEG4, 12min Laufzeit)
 
 
 
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